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Schriftauslegung als Totengräberin des Glaubens?

Anwendung von Auslegungsmethoden und ihre Folgen für den Glauben

Reinhard Dörner

Vortrag vom 22. Februar 2008.


Gliederung:

  1. Der geschichtliche Ursprung der heutigen Auslegungsmethoden (Exegese) und die geistigen Hintergründe
  2. Merkmale und Elemente der historisch-kritischen Methode
  3. Kritik der historisch-kritischen Methode
  4. Beispiele im Umfeld der historisch-kritischen Methode

  5. a. Datierung der Evangelien
    b. Zwei-Quellen-Theorie und synoptische Frage
    c. Einige Sonderfragen
  6. Wie Bibel lesen?


Immer häufiger stellen aufmerksame Beobachter fest, daß bei manchen Priestern und Religionslehrern bis zu Professoren der Theologie Verkündigung und Glauben weit auseinanderklaffen. Bei vielen aus diesem genannten Personenkreis hat man nicht selten den Eindruck, daß sie trotz ihrer angeblich aufgeklärten Haltung glauben, was gemeinhin als Fideismus bezeichnet wird. Natürlich fragt sich jeder unwillkürlich, wie das möglich ist angesichts von Meldungen, daß Archäologen immer häufiger Hinweise auf das Leben Jesu finden (kath.net 7. Jan. 2008). Diese Leute trennen den historischen von dem Jesus der Verkündigung, wie er uns in den Evangelien begegnet. Diese Trennung glauben sie rechtfertigen zu können, indem sie schlichtweg leugnen, daß die Evangelien von denjenigen geschrieben worden sind, die die Kirche seit zwei Jahrtausenden als die Verfasser der Hl. Schrift ansieht, von den Evangelisten. Für diese Auffassung berufen sie sich auf angebliche wissenschaftliche Erkenntnisse. Daher müssen wir uns zuerst fragen, woher diese angeblich wissenschaftlichen Erkenntnisse stammen und ob sie wirklich wissenschaftlich sind.


1. Nach Ausweis der Fachliteratur fällt der Ursprung der sog. "Textkritik", die schließlich in der historisch-kritischen Methode gipfelte, in die Zeit der Aufklärung, also in jene Zeit, die nichts gelten ließ, "was der menschliche Verstand nicht erfassen kann"1. Vorkämpfer für diese Sicht ist der Hamburger Professor für orientalische Sprachen und protestantische Theologe Hermann Samuel Reimarus (1694-1768). Zu dem, was der Verstand nicht erfassen kann, gehören für ihn die Dogmen, daher gehören sie ausgeschaltet. Dieser Reimarus schrieb 4000 Seiten über das Leben Jesu, wie er es sich vorstellte, traute sich aber nicht, diese herauszubringen. Das besorgte später der Dichter und Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing, der auch Bibliothekar war. Nach Reimarus war Jesus von einem messianischen Sendungsbewußtsein erfüllt, hat aber am Kreuz die Illusionen seines Lebens erkannt. Seine Jünger hätten sich ihr eigenes Glaubenssystem geschaffen, wozu sie ermutigt worden seien durch die Erinnerung an geheimnisvolle Worte Jesu. Daher hätten sie den Leichnam Jesu gestohlen, seine Auferstehung verkündet und eine eigene Gemeinde gebildet. Im Mittelpunkt stand ihre Hoffnung auf die baldige Parusie.2 Jeder wissenschaftlich arbeitende Mensch wird an dieser Stelle zugeben müssen, daß diese "Erkenntnisse" nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung, sondern Phantasie des Reimarus sind, aber bestimmten Ideologen willkommen, schließlich wurden sie doch gerade von Naturwissenschaftlern im Dritten Reich und in kommunistischen Staaten freudig aufgegriffen3.

Als zusätzliche Strömung kam aus England der Deismus, jene Weltanschauung, die zwar noch einen Schöpfergott gelten läßt, aber davon ausgeht, daß der sich anschließend nicht mehr um seine Schöpfung kümmert. In dieses Bild paßt Reimarus' Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem Christus der Bibel, weil der sich nicht um seine Schöpfung kümmert; schließlich ist er das Produkt der Jünger-Phantasie. Albert Schweitzer bezeichnete diese Unterscheidung des Reimarus als "grandiose historische Leistung", obwohl es keinerlei historische Beweise dafür gibt4. Im 19. Jh. übernahmen protestantische Theologen der Tübinger Universität unter der Führerschaft von Ferdinand Christian Baur (1792-1860) auf dieser Grundlage die meinungsbildende Vorherrschaft auf dem Gebiet der Jesusforschung. Bei den ntl. Schriften fragte er nach ihrer "Tendenz" und ordnete sie danach in einen von ihm entworfenen Entwicklungsprozeß des Urchristentums ein. Auf diese Weise gelingt es ihm, den apostolischen Ursprung der meisten ntl. Schriften zu verwerfen. Nur vier Paulusbriefe ließ er als echt gelten, alle anderen ntl. Schriften gehörten der nachapostolischen Zeit an5. Als philosophische Grundlage benutzte Baur das System Hegels, wonach sich die Weltgeschichte dialektisch vollzieht in These, Antithese, Synthese. Danach gab es eine judenchristliche Richtung mit dem Haupt Petrus als These, eine paulinisch heidenchristliche Presbyterialkirche, die die Rechtfertigung aus Glauben allein lehrte, als Antithese. Im Lauf des 2. und 3. Jh. habe es eine allmähliche Angleichung gegeben mit dem Ergebnis der katholischen Kirche6 als Synthese. Baur hat auch die mittlerweile widerlegte These vertreten, das Johannesevangelium sei erst 170 Jahre n. Chr. entstanden, also ca. 140 Jahre nach Jesu Kreuzigung.

In der Folgezeit gab es sehr viele protestantische Theologen, die mehr oder weniger in diese Richtung gingen. Gemeinsam ist fast allen, daß sie Jesus jedes "messianische Bewußtsein" absprechen. Einer der bekanntesten dieser Theologen ist Albert Schweitzer (1875-1965). Er behauptet, Jesus sei an der Eschatologie gescheitert, "er habe an das bevorstehende Ende der Welt geglaubt und sich darin geirrt"7. Drei weitere Namen sind zumindest zu nennen: Adolf von Harnack (1851-1930), Martin Dibelius (1891-1956) und als vielleicht bekanntester Rudolf Bultmann (1884-1976). Wenn es sich auch zunächst um protestantische Professoren handelte, ergab sich auf Dauer ein massiver Einfluß auf die katholische Theologie. Hier sind Namen wie Alfred Loisy (1857-1940), aus unserer Zeit Edward Schillebeeckx und aus Deutschland besonders Eugen Drewermann zu nennen. Gemeinsames Merkmal dieser Herren ist ihr letztlich mehr oder weniger deutlicher Abfall vom Glauben. Drewermann bezeichnet sich inzwischen als Buddhist.

Auf die Frage, warum diese Theologen einen solch massiven Einfluß gewinnen konnten, ist zunächst festzustellen, daß sie mit für ihre Zeit modernen und ungewöhnlichen Thesen an die Öffentlichkeit traten. Außerdem wagte niemand, ihnen zu widersprechen, da sie ja Professoren waren und mit dem Anspruch auftraten, sie als Wissenschaftler müßten es ja wissen. Man "schob einen Keil zwischen die Verfasser der Evangelien und die sogenannten christlichen Urgemeinden"8, dies alles ohne Nachweis. Es ging nicht um Fakten, sondern um Aufsehen erregende Spekulationen.

2. Was ist nun die historisch-kritische Methode? Für diese Ausführungen stütze ich mich im wesentlichen auf Eta Linnemann, als ehemalige Bultmannschülerin in dieser Frage besonders kompetent, aber auch von Ernst Fuchs, Friedrich Gogarten und Gerhard Ebeling, die allesamt die historisch-kritische Methode anwendeten und lehrten. Frau Linnemann hat soger eines der Standardwerke über diese Forschungsmethode verfaßt, so daß sie feststellen konnte: "Ich durfte mich der zunehmenden Anerkennung durch meine Kollegen erfreuen."9 Doch an ihrer geistigen Entwicklung merkte sie, daß sie mit dieser Methode mit ihrem Glauben in einer Sackgasse gelandet war, bekehrte sich, wie sie selbst bezeugt, und bittet heute alle, ihre Schriften aus dieser Zeit zu vernichten. Sie kämpft heute mit Hilfe ihrer Kenntnisse gegen den verderblichen Einfluß dieser Methode. Deren Grundfehler sieht sie in folgenden Elementen10: Es wird geforscht, ut si Deus non daretur, d.h., die Realität Gottes wird von vornherein theoretisch ausgeklammert11. Der Maßstab, an dem alles gemessen wird, ist nicht Gottes Offenbarung in seinem Wort, sondern ein Prinzip der selbst konstruierten Wissenschaftlichkeit.

Voraussetzung dieser Art wissenschaftlicher Theologie ist die Einordnung der Bibel und des christlichen Glaubens in eine Vergleichsebene mit allen anderen Religionen und ihren sog. heiligen Schriften. Diese Vergleichsebene ist aber eine Abstraktion, eine Kunstgebilde, das der Bibel nicht gerecht wird.

Der Begriff "Heilige Schrift" wird religionsgeschichtlich relativiert: Die Bibel wird dadurch zur Hl. Schrift unter den "Heiligen Schriften" anderer Religionen.

Man geht also mit der Bibel nicht so um, daß man sie als Wort Gottes respektiert, man unterstellt, daß Bibelwort und Gotteswort nicht identisch sind. Man spielt das Alte Testament gegen das Neue aus, etwa so, daß man das Gottesbild des Alten als grundsätzlich anders behauptet als das des Neuen Testamentes. Kleinere Unterschiede zwischen einzelnen Büchern der Heiligen Schrift werden aufgebauscht und als Unvereinbarkeiten hochgespielt. - Da man nicht an die Inspiration der Schrift glaubt, verwirft man, daß die einzelnen Bücher der Schrift sich ergänzen. Sie werden eben nur als schriftstellerische theologische Erzeugnisse betrachtet. Weil diese von antiken Verfassern für antike Leser in deren Lebensverhältnissen geschrieben worden sind, schlußfolgert man historisch-kritisch, daß diese Schriften keinen Bezug zu unserer heutigen Lebenswirklichkeit haben. - Man will sich aber trotzdem auf keinen Fall verdächtig machen, etwa daß man die Hl. Schrift als solche verwirft. Deshalb sucht man jetzt zur eigenen Orientierung nach dem 'Kanon im Kanon', also nach dem, was an der Hl. Schrift angeblich wirklich echt ist. Unter diesem Aspekt fällt dann z.B. der Jakobusbrief dem Römerbrief zum Opfer. Dies entspricht Luther, der den Jakobusbrief schon als "Strohepistel" bezeichnete, da er dessen Rechtfertigungslehre widerlegt, weil in ihm deutlich enthalten ist, daß Glaube und Werke zusammengehören. - Da man in den biblischen Büchern nur Erzeugnisse theologischer Schriftsteller sieht, wird das einzelne Wort zu einem unverbindlichen 'Theologoumenon'. Darunter versteht man einen Satz, der eine theologische Aussage macht, die nicht unmittelbar als amtliche Lehre der Kirche, als zum Glauben verpflichtender Satz des Dogmas betrachtet werden kann12. Für die historisch-kritische Theologie ist Joh 3,1613 z.B. keine verbindliche Heilszusage Gottes, sondern nur eine unverbindliche Menschenmeinung. - Weiter wird die Hl. Schrift als 'Text' verstanden, der grundsätzlich der Auslegung bedarf. Das richtige Hilfsmittel dafür ist natürlich die historisch-kritische Interpretation. Für diese gibt es verbindliche Regeln. Der Hl. Geist wird beiseitegestellt, 'weil niemand garantieren könne, daß er ihn hat', zitiert Frau Linnemann Rudolf Bultmann.

Der nicht erklärte, aber praktizierte Grundsatz alt- und neutestamentlicher Wissenschaft ist: So, wie es im Text steht, kann es auf keinen Fall gewesen sein. Der Exeget ist also darauf fixiert, 'Schwierigkeiten' im 'Bibeltext' zu entdecken und im Rahmen seiner Methode zu lösen. Als Professor muß er sich auf diese Weise 'einen Namen machen'. Das ist er seiner universitären Karriere schuldig. Natürlich steht der Student unter dem gleichen Druck. So ist es nicht verwunderlich, daß viele Studenten im Laufe dieses "Studiums" den Glauben verlieren, ohne es selbst zu merken.

Der menschliche Verstand entscheidet also in der historisch-kritischen Theologie darüber , was in der Bibel Realität ist und was es nicht sein kann, und zwar aufgrund der alltäglichen, jedermann zugänglichen Erfahrung, was also allgemein für möglich gehalten wird. Wunder sind daher bei den historisch-kritischen Theologen von vornherein unmöglich, und Texte darüber werden als 'Erbauungsliteratur' abgewertet. Und es gibt Verlage, die Werke bestimmter Autoren nicht verlegen, weil deren Bücher nicht dem historisch-kritischen Standard entsprechen.

Die historisch-kritische Theologie will also Hilfe zur Verkündigung des Evangeliums leisten durch eine Bibelauslegung, die angeblich wissenschftlich zuverlässig und objektiv ist. Doch dies ist schon ein Widerspruch zwischen Ideal und Praxis, denn Literatur aus fremden Sprachen wird aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht oder nur unzureichend zur Kenntnis genommen. Einschlägige Literatur, die nicht die gleichen historisch-kritischen Spezialmethoden verwendet, wird schlicht ausgeklammert. Und es ist auch eine Selbsttäuschung, daß Wahrheitsfindung nur aufgrund von kritischen Argumenten stattfindet: Denn wenn Exegeten auf gegnerische Argumente treffen, werden sie so lange zerpflückt oder durch andere Belegstellen unglaubwürdig gemacht, bis die eigene Position gesichert erscheint. Auch halten viele um der eigenen Reputation willen an der Meinung der überwiegenden Mehrheit der Forscher fest. Eigene Forschungsergebnisse werden durch Zitierung anderer Forscher zementiert. E. Linnemann nennt das "Zitationskartelle".

Welches sind nun die konkreten Schritte der historisch-kritischen Methode? Für die Ausführungen hierzu stütze ich mich in erster Linie auf die "Neutestamentliche Methodenlehre" Heinrich Zimmermanns, meines Exegese-Professors in Bonn14. Sie ist unterteilt in die textkritische, literarkritische, formgeschichtliche und redaktionsgeschichtliche Methode.

"Die Textkritik ... hat die Aufgabe, den ursprünglichen Wortlaut der 27 neutestamentlichen Schriften möglichst genau wiederherzustellen."15 Die Notwendigkeit dafür sieht er vor allem darin begründet, "daß kein Literaturwerk der Welt so häufig abgeschrieben, übersetzt und mit solcher Anteilnahme gelesen wurde wie das Neue Testament"16. Er gibt dafür die geschätzte Zahl der Textvarianten von etwa 250.000 an, unterläßt es aber darauf hinzuweisen, daß es keine Textvariante gibt, die den Inhalt eines Abschnittes inhaltlich in völligen Gegensatz zum gleichen Text einer anderen Textvariante setzt. Für die textkritische Methode bringt er nun 5 Regeln der äußeren Bezeugung und weitere fünf der inneren Kriterien (39-53). Theologen müssen solche Kriterien ernstnehmen, für den interessierten Laien sind es häufig nur sprachliche Unterschiede wie etwa zwischen "da" und "weil", inhaltlich also identische Aussagen. Welchen Sinn hat aber ein Streit darüber, ob nun das eine oder das andere Wort verwendet wird? Er mutet manchmal an wie die verschiedene Schreibweise von Vornamen: Winfrid, Winfried, Winfred u.a. Da die Schreiber in den Bibliotheken nach Diktat bzw. Gehör schreiben mußten, haben sie manche Schreibvarianten benutzt, da jeder nur das schreiben kann, was er gehört zu haben meint. Schließlich gab es noch keine Kopierer und andere technische Hilfen, die originalgetreue Kopien anfertigten. Wem diese Kritik zu grob erscheint, der orientiere sich an den Übungen, die Zimmermann der textkritischen Theorie anhängt. Man vergißt zu sagen, daß die Texte des AT und NT i.a. sehr exakt überliefert sind.

Kommen wir zur Literarkritik. Sie "wendet sich dem (in der Textkritik) festgestellten Text selbst zu, sucht ihn in seiner literarischen Eigenart und Zielrichtung zu erfassen, die Entstehungsverhältnisse der einzelnen Schriften zu klären und die Frage nach der Verfasserschaft zu erörtern. (Sie) ist im besonderen auf Quellenkritik ausgerichtet."17 Zimmermann beschäftigt sich nur im Zusammenhang mit den synoptischen Evangelien mit der Literarkritik. Aus den synoptischen Evangelien leitet er ab, daß es ein literarisches Abhängigkeitsverhältnis unter den Synoptikern gibt. Er behauptet ohne Nachweis, daß die synoptischen Evangelien eine lange Phase der Entwicklung hinter sich hätten. Nach ihm hat es anfangs nur eine mündliche Überlieferung der Evangelien im Kreis der zwölf Jünger gegeben. Danach habe es zahlreiche kleinere schriftliche Sammlungen gegeben. Als Beweis wertet er die Tatsache, daß Matthäus und Lukas "nachweislich auf Quellenschriften beruhen", wie er aus Lk 1,1-4 ableitet. In diesem Zusammenhang erwähnt er auch die sogenannte "Logienquelle" (Q), deren Existenz unwahrscheinlich und bisher noch nie bewiesen worden ist, von der Zimmermann aber behauptet: "Matthäus und Lukas haben diese Logiensammlung schon in griechischer Gestalt benutzt; ursprünglich wird sie jedoch aramäisch abgefaßt gewesen sein. Zu den Quellenschriften gehört auch das Markusevangelium, das sowohl Matthäus als auch Lukas als Quelle benutzt haben. Wie das reiche Sondergut im Matthäus- und Lukasevangelium zeigt, hat das erste Stadium sich neben dem zweiten erhalten und bis ins dritte erstreckt."18 Für das erste Stadium gibt Zimmermann mindestens zwei Jahrzehnte an, das zweite sieht er in der Dauer eher fließend, quasi eine Zwischenphase bis zur Entstehung der Evangelien in der zweiten Hälfte des siebten Jahrzehnts.

Auch hier gibt er wieder einige Regeln an, die nach seiner Meinung zu beachten sind: Abhängigkeiten zwischen zwei Texten ließen "sich an den Übereinstimmungen ablesen". "Bei den Übereinstimmungen innerhalb der synoptischen Evangelien liegt in der Regel ein literarisches Abhängigkeitsverhältnis vor ...". Wenn Übereinstimmungen erkennbar sind, "dann zeigen die Unterschiede an, welcher Text als Vorlage benutzt worden ist". Zimmermann erwähnt als Veränderungsmotive stilistische Verbesserungen, z.B. in der Wortwahl, Verkürzungen angeblich breiter Markustexte bei Matthäus und Lukas, wodurch sich auch Sinnänderungen ergeben können, Erweiterungen etwa durch Anfügen eines alttestamentlichen Zitates, Verknüpfungen durch Verbindung von Einzellogien, gelegentlich unter sachlichen Gesichtspunkten, Verdeutlichungen durch solche Verbindungen oder Sinnesänderung aufgrund der durch den jeweiligen Evangelisten beabsichtigten Interpretation.19 Das bedeutet, daß die Evangelisten de facto sehr frei mit den Texten umgegangen sind.

Kommen wir zum dritten Standbein der historisch-kritischen Methode, der Formgeschichte, die nach Zimmermann "aus einem Unbehagen an der bloßen Literarkritik entstanden" ist. Die "Formgeschichte beginnt nach den literarischen (und vorliterarischen) Formen und ihrer Geschichte zu fragen". Es geht hier also um Stoffe wie die Entstehung der Welt etc. So verlegt man verschiedene Texte etwa in den Kult. Die Verfasser der synoptischen Evangelien "sind nur zum geringsten Teil Schriftsteller, in der Hauptsache Sammler, Tradenten, Redaktoren", was aber in Widerspruch zu den obigen Ausführungen steht. "Die formgeschichtliche Betrachtungsweise des neuen Testamentes geht von der Erkenntnis aus, daß die neutestamentlichen Schriften verschiedenen literarischen Gattungen angehören und ... Traditionsgut enthalten, das in verschiedenen literarischen Formen und Formeln ausgeprägt ist." Da ist zunächst einmal der Begriff Evangelium selbst. Diese Kategorie gibt es nur einmal, nämlich in der Bibel, d.h., im NT. Ihnen zugeordnet ist die Apostelgeschichte, dann die Briefe und schließlich die Apokalypse. Innerhalb dieser Großgruppen unterscheiden wir andere Formen, die hier nur kurz aufgezählt werden sollen. Eine erste Einteilung liefert die Worttradition: prophetische Worte, Gesetzesworte, Weisheitsworte, Gleichnisse, Ich-Worte, Nachfolge-Worte und schließlich die Wortkompositionen, etwa in der Bergpredigt.

Eine weitere Gruppierung erfolgt aus der Geschichtstradition: da gibt es Paradigmen (Beispielerzählungen), Streitgespräche, Wunderberichte, Geschichtserzählungen, Leidensgeschichte und Erzählkompositionen.

Auch bei den Briefen gibt es entsprechende Einteilungen: etwa liturgisches Traditionsgut wie Hymnen, Bekenntnisse, eucharistische Texte, sodann nimmt man paränetisches Traditionsgut ("Mahnrede") an, also Tugend- und Lasterkataloge, Haustafeln, Pflichtenkataloge, und schließlich gibt es die Formeln: Homologie (Bekenntnis, vergleichbar dem israelit. Sch'ma Israel), Glaubensformel (R5,8 Christus ist für uns gestorben) und schließlich die Doxologie, also kurze Sätze des Lobes und Preises. Diese Formen und Formeln werden auf einen bestimmten "Sitz im Leben" bezogen, also einen Anlaß, wie man etwa einen Geschäftsbrief von einer wissenschaftlichen Arbeit unterscheidet. "Der verschiedenen Form entspricht der verschiedene 'Sitz im Leben'. Während als solcher für den Wunderbericht die Verkündigung anzunehmen ist, dürfte das Streitgespräch seinen Topos (Platz) in der Auseinandersetzung mit den Juden haben."20 Zusamenfassend ist kritisch anzumerken, daß diese Methode sicher nicht allgemein abzulehnen ist. Das Problem besteht in der Kategorisierung: Hat man einmal eine Schublade zum Einordnen und Ablegen gefunden, fühlt man sich nicht mehr aufgefordert, über den Inhalt nachzudenken.

Einer ähnlichen Gefahr ist die redaktionsgeschichtliche Methode ausgesetzt, die z.T. bei der Besprechung der ersten drei Methoden schon eine Rolle spielte. Diese Methode "lenkt den Blick auf den 'Rahmen', in den die Evangelisten die ihnen überkommene Tradition hineingestellt haben". Das gilt z.B. für die Auswahl des Stoffes, seine Anordnung und Gliederung wie auch die Abwandlung des überlieferten Stoffes.21 Hier wäre zu wiederholen, was im letzten Abschnitt über die literarkritische Methode gesagt worden ist.

3. Als Gesamtkritik muß wiederholt werden, was Eta Linnemann gesagt hat: Das durchaus berechtigte, aber zu einseitige Forschungsinteresse lenkt den Blick weg vom Inhalt des Textes, so daß man am Wort Gottes forscht, ut si Deus non daretur. Die Willkürlichkeiten und Eigentümlichkeiten vieler Forscher bestätigen dies nur allzu gut. Wie sonst ist es zu erklären, daß es Theologen gibt, die eine "Gott-ist-tot"-Theologie vertreten? Mit diesen Methoden, die sie über den Inhalt stellen, entkräftet die exegetische Wissenschaft das Wort Gottes. Macht sie sich damit nicht vergleichbar mit Mt 15,3 (in Abwandlung): Warum mißachtet ihr Gottes Wort um eurer Methoden willen?

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt ist der generelle Zweifel an der Historizität und Apostolizität der Evangelien. Die historisch-kritischen Forscher sind gegenüber ihrer eigenen Methode so wenig kritisch, daß sie nicht merken, wie wenig sachorientiert, d.h. von Wesen und Geschichte der Bibel geleitet ihre Erkenntnisse sind. Achim Buckenmaier formuliert in seinem Buch "Der gerettete Anfang" eine klare Kritik an dieser Forschungsrichtung. So zitiert er Rabbi Jischmael, der die "Selbstsicherheit der Gelehrten und Exegeten" ironisiert: "Zu Rabbi Eliezer ben Hyrkan sagte er: 'Siehe, du sagst zur Bibel: Sei still, bis ich dich auslege'."22 Die Quintessenz seiner Überlegungen ist die Feststellung, daß die Hl. Schrift der Juden lebendige Tradition ist. Deshalb sagt Jahwe zu Josua, dem Nachfolger des Moses, daß die Tora, das Buch des Gesetzes, allezeit auf seinen Lippen sein solle (Jos 1,8), nicht etwa in seinen Augen oder in seinem Kopf.

"Der Tübinger Theologe Hengel (Protestant) bemerkt ... (zur Methodenbezeichnung): 'An sich würde der Ausdruck <historische Methode> genügen, der Begriff <historisch-kritisch> findet sich vor allem im theologischen Sprachgebrauch und hat einen apologetischen Unterton'. ... Die Verwendung dieses Begriffes ist selbstverständlich legitim. Unglücklicherweise suggeriert er aber den Gedanken, so würden Historiker arbeiten. Das aber ist nicht der Fall."23 Das Problem spitzt sich damit zu in der Fragestellung, "inwieweit ... die Texte des NT überhaupt historisch verstanden werden (wollten)". Spieß stützt sich für seine Antwort auf Lk1,1-4: "Ich schreibe eine solche Geschichte nicht als erster; es gibt Vorlagen; Augenzeugen leben noch; ich bin allem sorgfältig nachgegangen und schreibe es der Reihe nach (das kann thematisch oder chronologisch gemeint sein) auf. Auch der Grund dieser Zielsetzung des Berichtes wird genannt, 'damit du die Zuverlässigkeit der Lehren erkennst, in denen du unterwiesen worden bist'. Lukas erhebt zweifellos den Anspruch, als Historiker ernst genommen zu werden. Man kann nicht sagen, es habe ihm nichts an der Historizität seiner Darstellung gelegen."24 Spieß beschäftigt sich auch mit der Frage der Beweislast und weist auf Diskussionen hin, in denen die Vermutung geäußert wird, daß z.B. Markus gar nicht von Markus geschrieben worden sei. "Wenn die Alte Kirche der Meinung war, daß das Johannes-Evangelium von dem Jünger Johannes und das Markus-Evangelium von Markus stammt, der auch sonst im Neuen Testament vorkommt, woher nehmen wir dann das Recht, nach 2000 Jahren zu sagen, wir wüßten es besser?"

In der jungen Kirche war es klar, daß die ersten Gemeinden sich der zurückliegenden Ereignisse, auf die sie sich in ihrem Glauben bezogen, bewußt waren. So sagt der hl. Irenäus von Lyon: "Die Wahrheit kann für sich nur reklamieren, wer seinen (historischen und theologischen) Kontakt mit den Aposteln oder ihren Schülern nachweist, die übrigens ihre Vorgänger in den Patriarchen und Propheten der vorchristlichen Zeit hatten."25 Buckenmaier zieht die Schlußfolgerung, daß Irenäus nicht darauf verzichtet, die Traditionslinie von ihrer jüdischen Wurzel her zu sehen26.

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt ist der Umgang mit der Wahrheit. Was Buckenmaier für die gnostischen Praktiken bemängelt, sehen wir heute nicht nur bei den Zeugen Jehovas, sondern auch bei manchen Theologen: "Da werden ... Schriftworte aus dem Zusammenhang gerissen, geheime Bedeutungen in biblische Namen und Zahlen gelesen oder mit nichtbiblischen Schriftstellern wie Homer kombiniert." Und er zitiert erneut Irenäus: "Zu jeder kleinen Frage bilden sie eine große dazu. Aber keine Frage lässt sich durch eine andere lösen, und eine Mehrdeutigkeit erklärt sich unter Leuten mit Verstand nicht durch eine andere Mehrdeutigkeit, oder Rätsel nicht durch ein weiteres, größeres Rätsel."27 Für die Bedeutung der Tradition verweist er auf das Trienter Konzil, das eine continua successio, eine "ununterbrochene Folge der Weitergabe der Offenbarung in der katholischen Kirche" dekretiert hat. "Die Kirche begreift wenigstens in ihrer Lehre: wenn sie das Zeugnis der ersten Gemeinden nicht authentisch bis in ihre eigene Gegenwart – das Dekret sagt: ad nos usque, 'bis auf uns' – führen kann, vermag sie der Herausforderung ihrer Zeit nicht zu begegnen."28

Hans-Joachim Schulz, ein "mit ostkirchlicher Theologie befaßte(r), besonders durch Liturgieforschung ausgewiesene(r) Theologe"29, hat die Authentizität der neutestamentlichen Autoren in einem umfangreichen Werk dargelegt. Da das für die Urheberschaft der Evangelien und der anderen Schriften des NT zutrifft, müssen wir die Historizität dieser Schriften umso mehr akzeptieren!

4. Machen wir uns die Arbeit der historisch-kritisch arbeitenden Theologen an einigen Beispielen klar. Da ist vor allem die Datierung der Evangelien zu nennen. Wie schon erwähnt, meint Zimmermann, die Evangelien seien in der zweiten Hälfte des siebten Jahrzehnts entstanden, also ab 75 n. Chr. Als Begründung dient folgendes Gedankenkonstrukt: Jesus habe zwar den Untergang Jerusalems vorhergesagt, da es aber keine echte Vorhersage geben könne – eine philosophisch-aufklärerische Vorentscheidung -, hätten die Schreiber der Evangelien die tatsächlich erfolgte Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 Jesus als Prophetie in den Mund gelegt. Die Fachtheologie nennt das vaticinium ex eventu, wie Klaus Berger in seinem Referat bei der Osterakademie 2004 darlegte30.

Solche z.T. haarsträubenden Thesen über die Datierung der Evangelien und der Apostelgeschichte können wie folgt widerlegt werden: Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, hat sich durch Exaktheit und Ausführlichkeit ausgewiesen, wie sein Bericht über den Martyrertod des Stephanus beweist. Der nämliche Autor ist aber Begleiter des Apostels Paulus bis nach Rom. Die Apostelgeschichte endet mit dem Hinweis auf die Gefangenschaft des Paulus in Rom. Nun wissen wir aus der historischen Forschung, daß Petrus und Paulus im Jahre 63, spätestens aber 68 in Rom hingerichtet worden sind. Wenn also Lukas am Ende der Apostelgeschichte den Martyrertod des Paulus nicht erwähnt, kann das nur heißen, daß die Apostelgeschichte beendet wurde, als Paulus noch lebte! Wenn Lukas aber am Anfang der Apostelgeschichte auf die Abfassung des Evangeliums hinweist, dann ist es nicht möglich, daß sein Evangelium erst nach 70 geschrieben worden ist.

Eine weitere Denkhilfe für dieses Problem der Datierung gibt uns der Professor für Historie Hugo Staudinger: "Der Historiker muß grundsätzlich mit den gleichen Schwächen im Erinnerungsvermögen und dem irritierenden Spiel der Phantasie rechnen wie der Jurist. Die Erfahrungen jeder Ermittlungsbehörde zeigen, daß selbst in Fällen, in denen Zeugen aufgefordert werden, nur das zu berichten, woran sie sich mit Sicherheit erinnern, Differenzen zwischen Zeugenaussagen .... auftreten. Ein alltägliches Beispiel sind Zeugenaussagen nach Verkehrsunfällen." Und etwas weiter: "Gewisse Abweichungen vom tatsächlichen Geschehen können nur den erstaunen, der sich nie intensiv mit geschichtlichen Quellen beschäftigt hat. Eine historisch getreue Aufzeichnung aller Daten, Orte und Ereignisse findet sich allenfalls, wenn laufend Protokoll geführt wird."31

Die historisch-kritischen Forscher gehen außerdem von der Voraussetzung aus, daß es nur drei oder vier Schreiber der Evangelien gegeben hat, und das, obwohl Zimmermann selbst erwähnt, daß es eine Fülle von überliefertem Material gegeben habe, das als Grundlage der Evangelien diente. Man mache sich aber folgendes klar: Nach Lk 10,1 sandte der Herr die 72 Jünger zu zweien vor sich her in jede Stadt und Ortschaft, wohin er selbst kommen wollte. Und nach Lk 4,43 muß Jesus auch den anderen Städten die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündigen; "denn dazu bin ich gesandt". Jesus war also pausenlos unterwegs, um den Menschen zu predigen. Nur oberflächliche Menschen können annehmen, daß bei den "Großtaten", von denen man "in der ganzen Gegend" redete, wie es immer wieder heißt, nichts schriftlich festgehalten worden sein soll, zumal die Juden als Volk der Schrift lesen und schreiben konnten.

Außerdem denke man an das Grundthema der Predigt Jesu: das Reich Gottes. Es wäre eine maßlose Unterschätzung Jesu, als sei er nicht in der Lage gewesen, seine eigenen Predigten zu variieren, schon verwendete Parabeln neu zu gestalten und auf die veränderte Zuhörerschaft anzuwenden usw. Man muß staunen, wie es die hl. Schriftsteller fertigbrachten, aus der Menge des vorliegenden Materials geschickt das auszuwählen, was der Intention der Predigt Jesu entsprach. Und gerade das ist ein Echtheitsmerkmal für die Historizität der Evangelien: die tatsächlich feststellbaren Unterschiede in der Berichterstattung durch Augen- und Ohrenzeugen. Je mehr Leute zugehört haben, desto unterschiedlicher ist das, was der einzelne behalten hat! Die Menschen damals verfügten ebenso wenig über elektronische Gehirne wie die Menschen heute.

Eta Linnemann erklärt das so: "Wer eine Botschaft zu verkündigen hat und das nicht nur an ein und demselben Platz tut, sondern damit von Ort zu Ort zieht, bei dem ist damit zu rechnen, daß er dasselbe nicht nur einmal, sondern mehrfach von sich gibt, und das, was er mitteilt, auch je nach den unterschiedlichen Adressaten variiert. Von der Struktur der Verkündigung Jesu her sollte deshalb von vornherein mit Varianten zu rechnen sein."32

Es bleibt noch ein Hinweis nachzutragen: die Papyrusforschung steht heute auf hohem Niveau. Von ihr wissen wir, daß das Markusevangelium wahrscheinlich schon 43-45 n.Chr. in seiner heutigen Form vorlag und verbreitet war. Darüber hat uns dankenswerter Weise der große Papyrusforscher Carsten Peter Thiede, der leider allzu früh verstorben ist, ein umfangreiches Schrifttum hinterlassen. Interessant ist der Hinweis auf den Papyrus 7Q5 (7. Qumranhöhle, 5. Papyrusfund), der nach eingehender Forschung Mk 6,52-53 enthält. Dieses Bibelzitat enthält den Satz, den man passenderweise auf die Situation der historisch-kritischen Forscher anwenden könnte: "denn sie waren bei den Broten nicht zur Einsicht gekommen, sondern ihr Herz war verhärtet. Und sie fuhren hinüber ans Land, kamen nach Gennesaret und legten an." Über diese Stelle schreibt Thiede: "Nach allen Regeln paläographischen und textkritischen Arbeitens steht fest: 7Q5 ist Mk 6,52-53, das älteste erhaltene Fragment eines neutestamentlichen Textes, um 50, mit Sicherheit vor 68 geschrieben."33

Wenden wir uns einem zweiten Beispiel historisch-kritischer Merkwürdigkeiten zu, der Zwei-Quellen-Theorie und damit auch der sog. "synoptischen" Frage. Für die Bearbeitung dieses Teils des Referates stütze ich mich noch einmal auf Eta Linnemann. Wie schon erwähnt, behaupten die historisch-kritischen Forscher, daß die synoptischen Evangelien auf zwei Quellen beruhen: einmal auf Markus, den Matthäus und Lukas als Vorlage benutzt haben sollen, und eine Sonderquelle (Q), deren Existenz bis heute nicht nachgewiesen ist. Schließlich haben Matthäus und Lukas darüber hinaus zusätzliches "Sondergut" verarbeitet, dessen Herkunft unklar bleibt. Angesichts der Bemerkungen über die Historizität der Evangelien muß man die Zwei-Quellen-Theorie aber massiv in Frage stellen. Schließlich spielen sich alle Forschungsergebnisse hinsichtlich "Q" auf dem spekulativen Parkett ab, es gibt keinen einzigen Nachweis dafür. Wichtiger ist zu klären, ob Matthäus und Lukas von Markus abhängen. Und da sind erhebliche Zweifel anzumelden. Man wundert sich über die Ungenauigkeit von Forschern, die nicht bemerken wollen, daß auch Markus "Sondergut" enthält, und das z.B. bezüglich zweier Wunder: beim Bericht über die Heilung eines Taubstummen (Mk 7,31-39) und die Heilung des Blinden von Bethsaida (Mk 8,22-26). Hier bleibt die Frage, warum Mt und Lk dies nicht auch übernommen haben, wenn Mk die Vorlage war. Interessant ist es auch, sein Augenmerk auf die Gleichnisse vom Himmelreich zu richten. Welchen plausiblen Hinderungsgrund könnten Matthäus und Lukas gehabt haben, ausgerechnet das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat Mk 4, 26-29 wegzulassen? Und wie ist es zu erklären, daß das größte Gebot bei Mk 12,28-34 sich nur bei Matthäus findet, daß den Hinweis auf die arme Witwe bei Mk 12,41-44 nur Lk 21,1-4 aufgreift? Und wenn man die Deutung des Sämannsgleichnisses Mk 4,13-20 mit Mt 13,18-23 bzw. Lk 8,11-15 vergleicht, stellt man eine deutlichere Erklärung bei Mk als bei den anderen beiden fest. Dient es etwa der Klarheit, wenn jemand etwas wegläßt, was zum Verständnis hilfreich ist?

Xavier Léon-Dufour weist mit Recht auf eine "Fülle von Varianten im Überlieferungstext"34 hin. Aber er betont auch, daß "die Zahl streng identischer Verse nicht sehr groß"35 ist. Er erklärt: "Die Übereinstimmungen zwischen den synoptischen Texten beweisen nach einhelliger Ansicht der Exegeten zwar keine gegenseitige Abhängigkeit, aber doch wenigstens literarische Beziehungen untereinander. ... Aus diesem Grunde dürfte (eine) dritte Form der Quellentheorien, die eine Vielzahl an Quellen annimmt, dem Tatbestand des synoptischen Problems besser entsprechen."36 Und die Logienquelle "Q" bezeichnet er wohl zu recht als "Phantasie-Quelle". "Man ignoriert besser diese hypothetischen Quellenschriften und verzichtet darauf, mit ihnen die Geschichtlichkeit der Evangelien beweisen zu wollen. ... Man meint, diese aus ungenügender kritischer Arbeit gewonnenen Quellen seien wertvoller und verdienten größeres Vertrauen als die Evangelien selbst. ... Anstatt die Evangelien historisch-kritisch zu analysieren, wendet man sich diesen imaginären Quellen zu. Wie läßt sich eine solche Methode rechtfertigen? Wenn die Evangelien ein historisch zuverlässiges Zeugnis darstellen, so nicht, weil sie von dieser oder jener Quellenschrift abhängen, sondern weil sie in sich, durch Form und Inhalt, Gültigkeit haben."37

Verfolgen wir nun einen anderen Gedanken: Wenn Schüler in der Schule voneinander abschreiben, dann versuchen sie, durch Umformulierungen, Satzumstellungen, Wortänderungen den Anschein zu erwecken, als sei das, was sie schreiben, ihr eigener Gedanke. Waren Matthäus und Lukas Abschreibtäter?

Eta Linnemann weist nach, daß die Übereinstimmungen zwischen Mk und den beiden anderen Synoptikern, die sich angeblich auf Markus stützen, denkbar gering sind. In ihrer Untersuchung zur Parallelstruktur der Synoptiker stellt sie fest, daß der allgemeine Mangel an Parallelität zwischen den drei Synoptikern nur 19,68 % vom Wortumfang des Markusevangeliums umfaßt. D.h., daß die genannte Zahl der Worte bei Markus keine Entsprechung bei Mt/Lk hat. Und die Parallelität zwischen Markus und Lukas erstreckt sich lediglich auf 32,28% bezogen auf den Umfang des Markusevangeliums.38 In einem weiteren Schritt fragt die Autorin, ob die Befunde, denen ihre Arbeit galt, "eine literarische Abhängigkeit der drei synoptischen Evangelien wahrscheinlich" machen. "Der Vertreter der Zweiquellentheorie betrachtet wörtliche Übereinstimmung zwischen den Evangelien als Indiz für literarische Abhängigkeit. Deshalb werden für ihn die kleineren Übereinstimmungen zwischen Matthäus und Lukas gegen Markus ein Problem. Es dürfte sie eigentlich nicht geben, es gibt sie aber doch. Bezogen auf den sinnvoll zu untersuchenden Wortbestand bei Markus sind es ... 5,38%. ... Meint jemand, er müsse für die Abhängigkeit des Markusevangeliums zu Matthäus und Lukas auf Grund der Gemeinsamkeiten eine literarische Abhängigkeit behaupten, wie kommt er dann für die Gemeinsamkeiten zwischen Lukas und Matthäus ohne solche Annahme aus?"39

Im folgenden ergänzt sie den Gedanken Léon-Dufours und geht über ihn hinaus: "Hinter dem, was die Evangelien berichten, stehen die Worte und Taten Jesu. Darauf sind die Gemeinsamkeiten in Inhalt und Abfolge der Perikopen zurückzuführen. Die Evangelien haben dieselbe Grundlage: das, was Jesus gesagt, getan und gelitten hat. Das mußte zwangsläufig zu Gemeinsamkeiten unter ihnen führen."40 Für die Klärung der Unterschiede in den Perikopen führt sie plausibel aus: "Beim sprachlichen Niederschlag haben wir zwischen dem direkten und dem indirekten zu unterscheiden. Worte haben bereits ihre sprachliche Fixierung und können direkt übermittelt werden; Tat oder Leiden bedürfen dagegen erst noch einer sprachlichen Fixierung, damit sie übermittelt werden können. Wenn keine literarische Abhängigkeit besteht, dann ist jede sprachliche Fixierung original. Varianten im Niederschlag eines Ereignisses bei verschiedenen Augenzeugen sind deshalb normal. Völlige Übereinstimmung in der Formulierung läßt dagegen auf Abhängigkeit schließen, das weiß jeder Kriminalbeamte beim Verhör. Ebenso ist die Übereinstimmung zwischen den Varianten. Wenn dasselbe Ereignis berichtet wird, dann muß es Übereinstimmung geben. Bei dem direkten sprachlichen Niederschlag ist die Übereinstimmung natürlich erheblich größer, da hier die sprachliche Fixierung bereits vorgegeben ist und nicht erst original gefunden werden muß. Sie ist aber auch beim indirekten sprachlichen Niederschlag, bei der Wiedergabe von Ablauf, Rahmen und Bezügen, deutlich zu erkennen. ... Die sprachliche Fixierung eines Ereignisses geschieht (abgesehen von dem direkten sprachlichen Niederschlag) in der Regel nicht unmittelbar, während des Ereignisses, sondern als sprachliche Festlegung seiner Erinnerung. Die sprachliche Erfassung der Erinnerung eines Ereignisses wird bestimmt a) durch das Medium Sprache: Sprache ist immer konkret. Jede Sprache macht ihre Vorgaben an Wortschatz und Sprachstruktur, an allgemeinen Sprachstereotypen und an spezifischen, soziokulturell bedingten sprachlichen Grundmustern. b) durch den Formulierenden: Persönliche Eigenart, soziokultureller Hintergrund, Sprachbeherrschung, Sprachniveau, Formulierungskraft, Bezug zum Ereignis und zum Handelnden, Perspektivität der Augenzeugenschaft."41

Am Ende überrascht die Konklusion von Frau Linnemann überhaupt nicht mehr: "Die - ohnehin nicht allzu großen – Gemeinsamkeiten der drei synoptischen Evangelien sind also durchaus verständlich, ohne daß man auf die Annahme einer literarischen Abhängigkeit zurückgreifen muß."42

Beenden wir diese Überlegungen mit einigen Sonderfragen, denen Eta Linnemann nachtgeht: Zunächst stellt sie die Frage nach der Sachordnung, die die drei Synoptiker miteinander zu verbinden scheint. Sie stellt fest, daß von einer durchgehenden Sachordnung nicht die Rede sein könne. Das findet jeder bestätigt, der eine Synopse zur Hand nimmt. Die Parallelstellen sind häufig räumlich weit von dem Kontext entfernt, in dem sie sich bei dem jeweils gerade nachgeforschten Evangelisten befinden.

Aber wie ist das mit der Abfolge derselben Perikopen, d.h., warum treten sie bei den einzelnen Evangelisten in unterschiedlichen Zusammenhängen, aber eben nicht in der geschichtlichen Abfolge auf? Dazu zitiert Linnemann als Beispiel den Kirchenvater Papias (98-117 n.Chr.): "Auch dies sagte der Presbyter: Markus, der der Dolmetscher des Petrus war, hat, soweit seine Erinnerung reichte, genau, jedoch nicht in der richtigen Ordnung, aufgezeichnet, was von dem Herrn gesagt oder getan worden war; denn er hat weder den Herrn gehört, noch ist er ihm nachgefolgt, vielmehr später, wie gesagt, dem Petrus. Der gestaltete seine Lehrvorträge nach den Bedürfnissen, nicht aber um eine Zusammenstellung der Herrenworte zu geben."43

Weiter untersucht sie die Rolle, die die Tradition bei der Entstehung der Evangelien gehabt haben könnte, was Heinrich Zimmermann die mündliche Tradition genannt hatte. Sie bezeichnet die "Geschichte der synoptischen Tradition" als "Märchen der Kritik": "Man konstruierte eine 'Geschichte des synoptischen Tradition', indem man die unterschiedlichen Fassungen derselben Perikopen bei Matthäus, Markus und Lukas verglich. Da Markus - entsprechend der Zweiquellentheorie - als das älteste Evangelium galt, wurde aus der Erzählweise bei Markus die Struktur der ältesten Fassung abgeleitet, wobei die Regel Ausnahmen zulassen mußte und die älteste Fassung manchmal nicht bei Markus, sondern bei einem seiner 'Seitenreferenten' gefunden wurde. ... (Entsprechend) der Literarkritik wurden die(...) Unterschiede ... als bewußte redaktionelle Verbesserungen und literarische Umformung des vorgegebenen Stoffes betrachtet."44 Wenn man sich aber den Bericht über die Enthauptung des Täufers Johannes anschaut, kann man in den deutlich verkürzten Fassungen bei Matthäus und erst recht bei Lukas keine Verbesserung gegenüber Markus feststellen. Gleiche Beobachtungen macht man bei den Berichten über die Heilung des/der Besessenen von Gerasa und der blutflüssigen Frau.

Am Ende stellt Frau Linnemann die Frage nach der Bedeutung der Erinnerung. Sie hebt den persönlichen Bezug für den Erinnernden hervor: "Sowohl die Quantität als auch die Qualität der Erinnerung hängen an diesem persönlichen Bezug", gemeint ist natürlich der Bezug zu Jesus. Die "Aktivierung der Erinnerung geschieht nicht zuletzt durch die Bereitschaft zur Mitteilung, die das Erinnerte auch ungefragt äußert."45 Voraussetzung ist, daß die "Erinnerung nur dann austauschbar und mitteilbar ist, wenn sie zur Sprache geworden ist"46. Und: "Erinnerung ist persönlich; sie ist durch die Person des Erinnernden mitbedingt. ... Der eine hält eher die großen Linien fest; bei dem anderen liegt die Genauigkeit im Detail. Die Einzelheiten, die im Gedächtnis haften bleiben, bestimmen sich danach, wofür der einzelne einen Blick hat. Was dem einen entgeht, fällt dem anderen gerade auf."47 So ist Erinnerung auch kulturbedingt, z.B. hinsichtlich geographischer Angaben. "Aussagen als unkritisch oder sekundär zu disqualifizieren, weil sie nicht den Ansprüchen des eigenen Zeitalters oder Kulturkreises an die Formulierung einer historischen Aussage entsprechen, zeugt von mangelndem historischen Verständnis und läßt anthropologische Einsicht vermissen."48 Und schließlich geht es noch um die Genauigkeit von Erinnerung. Linnemann zitiert selbst noch einmal ein Beispiel aus der Väterliteratur: "Bei der Predigt über die Erzählung, wie der Gichtbrüchige auf einem Bett oder einer Liege durch das Dach gelassen wird, Jesus heilt ihn und sagt: 'nimm dein Bett und wandle' (Mk 2,4-9). Statt des Wortes krabbatos für Bett oder Liege nimmt der Prediger ein höheres Wort (skimpous). Sofort ruft ihm einer seiner Hörer zu: 'Bist du vornehmer als der, welcher krabbatos gesagt hat?' (Sozomenos I 11, Migne P. Gr. LVXII col 889). - Die Kontrolle von Jesu Worten durch die Hörer war in jedem Fall sehr stark und muß es wohl von frühauf gewesen sein."49

Noch ein Wort zur Abfassung der Evangelien: "Lukas sagt wörtlich, daß es viele unternommen haben, eine weitläufige Erzählung (Lebensbeschreibung) zu entwickeln. Es ist keine Rede davon, daß solche Erzählungen schriftlich vorlagen. ... Hätte Lukas das Matthäus- und das Markusevangelium vorgelegen ..., dann würde er diese beiden doch nicht als 'viele' (polloi) bezeichnet haben. Apokryphe Evangelien konnten ihm aber schon gar nicht vorgelegen haben, da sie samt und sonders später als die kanonischen sind."50 Man darf ruhig noch ein formales Kriterium hinzufügen: Bei der Genauigkeit, die wir von Lukas gewohnt sind, ist es undenkbar, daß Lukas nicht erwähnt hätte, wenn ihm diese Aufzeichnungen vorgelegen hätten.

5. Wie nun ist die Bibel richtig zu lesen? Scott Hahn, der bekannte amerikanische Konvertit, stellt in seinem leicht zu lesenden Buch "Aus dem Herzen der Kirche"51 die Methode dar, wie die Bibel richtig zu lesen ist. Er stützt sich dabei auf den KKK Nr. 115 ff. Danach liegt der Bibel zunächst ein buchstäblicher Sinn zugrunde, "der eine historische Wirklichkeit ausdrückt. Diese historische Wirklichkeit läßt sodann drei geistliche Sinne erkennen, die man herkömmlich als den allegorischen, den tropologischen (oder moralischen) und den anagogischen Sinn bezeichnet. ... Der buchstäbliche Sinn konzentriert sich auf die historischen Ereignisse der Bibel. Um den buchstäblichen Sinn herauszufinden, muß der Wissenschaftler von seiner Vernunft (zusammen mit dem Glauben) intensiven Gebrauch machen, wenn er die Disziplinen der Geschichte, Linguistik und Geographie sowie die Wissenschaften anwendet, um die Bedeutung eines bestimmten biblischen Textes herauszufinden. Die anderen drei Sinne setzen den Glauben voraus, doch auch sie wenden die Vernunft an. Der Bibelwissenschaftler kann in diesen geistlichen Sinnen nur dann voranschreiten, wenn er glaubt, daß es eine übernatürliche Einheit des Alten und Neuen Testaments gibt; nur wenn er glaubt, daß die ganze Schrift von Gott, dem Heiligen Geist, eingegeben ist, und nur wenn er glaubt, daß die ganze Schrift darauf abzielt, ihre Leser auf dem Weg zum Endziel, dem Himmel, voranzubringen. Alle vier Sinne der Schrift zusammen ergeben das, was Papst Johannes Paul II. als den 'vollen Sinn' der Schrift bezeichnet. Glaube und Vernunft werden gleichermaßen in Anspruch genommen und stützen sich gegenseitig (vgl. Fides et ratio 55). Was für die Theologie gilt, gilt im allgemeinen auch für die Exegese: Wenn ein Exeget entweder den Glauben oder die Vernunft auf Kosten des jeweils anderen betont, irrt er. Wenn er den Glauben zu stark betont, verfällt er dem Fideismus; betont er die Vernunft zu stark, verfällt er dem Rationalismus. Papst Johannes Paul kommt zu dem Schluß: 'Nicht unterschätzt werden darf zudem die Gefahr, die der Absicht innewohnt, die Wahrheit der Heiligen Schrift von der Anwendung einer einzigen Methode abzuleiten, und dabei die Notwendigkeit einer Exegese im weiteren Sinn außer acht läßt, die es erlaubt, zusammen mit der ganzen Kirche zum vollen Sinn der Texte zu gelangen' (Fides et ratio Nr. 55)."52

Zum Schluß bleibt nur noch ein Hinweis auf das Buch Benedikt XVI. "Jesus von Nazareth"53 nachzutragen. Um zu begreifen, wie die vierfache Schriftauslegung gelingen kann, muß man sich mit diesem Buch auseinandersetzen. Um dies zu demonstrieren, möchte ich mit einem Abschnitt aus dem Buch des Papstes aus dem Kapitel über die Taufe Jesu den Vortrag beenden: "Doch es geht nicht nur um die Datierung: Der Kaiser und Jesus verkörpern zwei verschiedene Ordnungen der Wirklichkeit, die sich durchaus nicht ausschließen müssen, aber in ihrem Gegenüber den Zündstoff eines auf die Grundfragen der Menschheit und der menschlichen Existenz zielenden Konflikts in sich tragen. 'Gebt Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist', wird Jesus später sagen und so die wesentliche Verträglichkeit der beiden Sphären ausdrücken (Mk 12,17). Aber wenn das Kaisertum sich selbst als göttlich interpretiert, wie es schon in der Selbstdarstellung des Augustus als Bringer des Weltfriedens und als Retter der Menschheit angelegt ist, dann muss der Christ 'Gott mehr gehorchen als den Menschen' (Apg 5,29); dann werden die Christen zu 'Martyrern', zu Zeugen Christi, der selbst unter Pontius Pilatus am Kreuz gestorben ist als 'der treue Zeuge' (Offb 1,5). Mit der Nennung des Namens Pontius Pilatus steht schon der Schatten des Kreuzes über dem Beginn von Jesu Wirken. Das Kreuz kündigt sich auch an in den Namen Herodes, Hannas, Kajaphas."54

© Reinhard Dörner

1Sarrach, Alfons, Jahrhundertskandal. Von der unhaltbaren Kritik an den Evangelien. Miriam-Verlag 2003, 29

2Vgl. LthK, Art. Reimarus

3Vgl. Sarrach aaO 30

4Vgl. Sarrach aaO 31

5Vgl. LthK, Art. Baur

6s. ebd.

7Vgl. Sarrach aaO 35f.

8Ebd. 40

9Eta Linnemann, Gottes Wort und die historisch-kritische Theologie, aus: Wissenschaft oder Meinung? Verlag Hänssler 1986, 5

10AaO 10ff.

11Die folgenden Ausführungen stützen sich auf E. Linnemann, aaO 10ff.

12Vgl. Artikel im LThK

13Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

14Heinrich Zimmermann, Neutestamentliche Methodenlehre. Darstellung der historisch-kritischen Methode. Verlag Katholisches Biblewerk Stuttgart 1967

15AaO 32

16ebd.

17AaO 85

18AaO 87

19AaO 88f.

20Vgl. aaO 128-176

21Vgl. aaO 214-230

22Achim Buckenmaier, Der gerettete Anfang. Schrift und Tradition in Israel und der Kirche. Verlag Urfeld 2002, 31

23Jürgen Spieß, Die Geschichtlichkeit der Heiligen Schrift. In: Portastudien, Gotteswort im Menschenwort? Zum Verstehen und Auslegen der Bibel, Marburg 1999, 45f.

24Ebd. 49f.

25Adv. Haer. II,30,9, zitiert nach Buckenmaier, aaO 40f.

26Ebd. 41

27Adv. Haer. II.10,1, zitiert nach Buckenmaier, aaO 44

28Buckenmaier, aaO 59

29Hans-Joachim Schulz, Die apostolische Herkunft der Evangelien. Quaestiones disputatae 145, Herder 1993, 5

30Vgl.: Klaus Berger, Die historisch-kritische Methode und ihre Auswirkungen auf den Glauben der Kirche. In: Reinhard Dörner (Hg.), "Wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden? (Lk 18,8) - Wie katholisch sind wir eigentlich noch? Verlag des Initiativkreises Münster e.V. 2004, 62f.

31Hugo Staudinger, Die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien.Brockhaus Verlag 1988, 48ff.

32Eta Linnemann, Gibt es ein synoptisches Problem? Verlag für Theologie und Religionswissenschaft (VTR), 4. verbess. u. erw. Auflage 1999, 155

33Carsten Peter Thiede, Die älteste Evangelienhandschrift? Das Markus-Fragment von Qumran und die Anfänge der schriftlichen Überlieferung des Neuen Testaments, Brockhaus Verlag, 3. Aufl. 1992, 47. Herv. original

34Xavier Léon-Dufour, Die Evangelien und der historische Jesus. Aschaffenburg 1966, 255

35Ebd. 259

36Ebd. 262/265

37Ebd. 266

38Vgl. ebd. 86-99, hier 90f.

39Ebd. 144

40Ebd. 148

41Ebd. 149f.

42Ebd. 153

43Vgl. ebd. 155f.

44Ebd. 164

45Ebd. 168

46Ebd.

47Ebd.

48Ebd. 169

49Zitiert nach ebd. 169f.

50Ebd. 175

51Scott Hahn, Aus dem Herzen der Kirche. Die Bibel richtig lesen. Sankt Ulrich Verlag 2007.

52Ebd. 18f.

53Joseph Ratzinger/Benedikt XVI., Jesus von Nazareth. Erster Teil. Von der Taufe im Jordan bis zur Aufklärung. Verlag Herder 2007

54Ebd. 38

  

Kardinal-von-Galen-Kreis e.V. 2017
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