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Reinhard Dörner (Hg.): "In der Welt, aber nicht von der Welt" (nach Joh 15, 19) - Aufgabe und Stellung des Priesters in der Gesellschaft heute
Berichtband der Osterakademie 2015 in Kevelaer (2015)

ISBN 978-3-9816867-2-2
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Wesen und Charakter
des priesterlichen Weiheamtes

Das Amt in der Kirche ist grundwesentlich und unaufgebbar Repräsentation Christi. Diese vollzieht sich auf verschiedenen Gebieten. Das Konzil spricht davon, daß der Priester beim Vollzug der Liturgie „in der Rolle Christi an der Spitze der Gemeinde steht“ (Sacrosanctum Concilium Nr. 33), daß die Priester „in der Person Christi handeln“ (Lumen Gentium Nr. 10 und 28), daß sie „in besonderer Weise an Christi Stelle handeln“ (Presbyterorum Ordinis Nr. 13). Es erklärt, daß die Priester „Anteil am Amt des einzigen Mittlers Christus haben“ (Lumen Gentium Nr. 28), daß sie „in der Person des Hauptes Christus handeln können“ (Presbyterorum Ordinis Nr. 2).

Während der Amtspriester das priesterliche Mittlertum Christi sichtbar und greifbar weiterführt, ist dies bei den mit dem allgemeinen Priestertum Beschenkten nicht der Fall. Während der Amtspriester die Stelle Christi vertritt, vertreten die Angehörigen des allgemeinen Priestertums nicht die Stelle Christi. … Das gemeinsame Priestertum ist Priestertum im uneigentlichen Sinne. Denn im eigentlichen Sinne ist Priestertum nur da vorhanden, wo ein Mensch anstelle der anderen und für andere vor Gott tritt und Opfer darbringt. Es ist ausgeschlossen, daß alle als Vertreter und Beauftragte für alle handeln.

Das allgemeine Priestertum ist kein Amt, sondern die gnadenhafte Seinsbestimmtheit der durch Taufe und Firmung mit Christus Verähnlichten. Das gemeinsame Pristerum aller Getauften und Gefirmten wird ausgeübt „im Empfang der Sakramente, im Gebet, in der Danksagung, im Zeugnis eines heiligen Lebens, durch Selbstverleugnung und tätige Liebe“ (Lumen Gentium Nr. 10).

Das Papier der deutschen Bischöfe „Der pastorale Dienst in der Pfarrgemeinde“ weist richtig darauf hin, daß das gemeinsame Priesterum aller Getauften „vor allem der christlichen Prägung aller Lebensbereiche“ dient (II,1,5), während das amtliche Priestertum den Hirtendienst leistet und den Christen zur Erfüllung ihrer Sendung hilft.

(Alle Zitate aus: Georg May, Die andere Hierarchie. Verlag Franz Schmitt, Siegburg 1997)

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